12/20/2018

Deutsch: Review PAPER PAIRS & TROMBONE von Jean-Michel Van Schouwburg

Ebba Jahn Video 
PAPER PAIRS & TROMBONE Paul Hubweber
28 Min.,2018
Video-Besprechung von Jean-Michel Van Schouwburg
https://orynx-improvandsounds.blogspot.com



Jean-Michel Van Schouwburg - Vocalist
La revue francaise - Übersetzung aus dem Französischen von Beate Blasius
     Die Musik und die Bilder formen hier ein Paar. In der Galerie hängt jedes Bild auf Papier 30 x 40 cm groß neben dem, mit dem es ein Paar bildet, entweder aufgrund einer innewohnenden Bewegung, der Komposition, der Farben, des Motivs oder der angewandten Technik.
Die Künstlerin Ebba Jahn hat für den Posaunisten Paul Hubweber
einen Rahmen, einen Parkur geschaffen, in dem seine Musik durch Improvisationen entstehen kann.
Dies geschieht im Einklang mit den vielen Bildpaaren, ganz im 
Augenblick, sein musikalisches Denken und Handeln strukturierend. 
Ein musikalischer Spaziergang im Sinne Bilder einer Ausstellung, einer Komposition von
Modeste Mussorksky- Der Musiker, der hier solo spielt, lässt sich von dem was er sieht und 
beobachtet inspirieren. Er lässt seinenEmotionen freien Lauf und seine Improvisationen 
und seine spontanen Kompositionen folgen nur seinen Referenzen, seiner musikalischen 
Praxis und seiner Imagination.  
Die ausgestellten Werke von 24 KünstlerInnen umfassen ein weites Spektrum verschiedener 
Interessen und Vorstellungen, die man üblicherweise mit „abstrakter Kunst“ bezeichnet, 
Öl, Graphit, Aquarell, Acryl, Fotos, sich wiederholende und wechselnde Muster und 
Bewegungen, verschlungende oder zarte Vegetationen, Verzerrungen oder Beschwichtigungen. 
Sollte noch hinzugefügt werden, dass mehrere Videos von Ebba Jahn improvisierte Musik 
und Free Jazz zeigen, brilliant in dem Film Rising Tones Cross (1984) umgesetzt. 


               
Wenn man sich noch einmal die 27 Minuten mit geschlossenen Augen anhört, beeindruckt die
Kohärenz der einzelnen Improvisationen, die sich allmählich zu Teilen eines großen, poetischen
und sensiblen Werkes (Posaunenstücks) zusammensetzen, melodische Sonoritäten, 
hervorgehend aus dem Jazz und der improvisierten Musik. In jeder Komposition wählt der 
Posaunist ein Element aus dem Bildpaar: Form, Farbe, Textur, Rhythmus, Raum, interpretiert 
es nach und nach musikalisch, frei heraus, fast nachahmend, elliptisch, tangential, sich 
entfernend. Wir hören die blaue Farbe in ihren Nuancen, das pointillistische Detail, die 
Bewegung der Linien, den Fluss des auf dem Papier gefärbten Wassers. Den Betrachtern steht 
es frei zu erraten auf welches Bildelement der Musiker sich bezieht. Die HörerInnen die 
MalerInnen, der Musiker und Sie selbst, die sich das Video anschauen, haben die Freiheit, die
Entwicklung des Dialoges in Zeit und Raum zu verstehen und zu interpretieren.

Der Besuch der Paper Pairs endet mit einer Melodie, einem unendlichen Reim, der die letzten
Eindrücke von Paul Hubweber und die Emotionen des Betrachters zusammenfasst, indem er 
sich im Raum plaziert, mit dem Rücken zur Ecke des Saales und sich dem aufgeschlossenen 
undstaunenden Publikum zuwendet. Wenn auch jedes Bild die kreative Arbeit des Musikers 
beeinflusst hat, verstärkt seine Musik die Realität der Austellung und transzendiert sie. 
 

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